Feuerzangenbowle – Rezept zum Selbermachen

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Meine Eltern haben früher gern in der Vorweihnachtszeit Gäste zu einem gemütlichen Abend eingeladen, zu dessen Höhepunkt eine Feuerzangenbowle gemacht wurde. Die brennenden Zuckerhüte im dunklen Wohnzimmer und der Duft der warmen Bowle haben mich bereits in der Kindheit fasziniert, und als ich etwas älter war und probieren durfte, wurde mir schnell klar, dass ich diese lieb gewonnene Tradition gern übernehmen möchte. 🙂

Jacqueline und ich laden nun bereits seit vielen Jahren selbst gern in der Vorweihnachtszeit, zu Silvester und manchmal sogar im frischen neuen Jahr alte und neue Freunde zu einer Feuer­zangen­­bowle ein. Das Rezept meiner Eltern wurde dabei im Laufe der Jahre ein wenig verfeinert, die eigenen Handgriffe wurden routinierter und es macht uns immer wieder einen riesigen Spaß, die Abende für unsere Gäste zu einem kleinen Ereignis zu machen.

Da wir schon sehr oft nach dem Rezept und den Besonderheiten unserer Feuerzangenbowle gefragt wurden, habe ich mir nun mal die Mühe gemacht, die Details, Tipps und Tricks der Zubereitung für euch zusammenzustellen.

Was euch beim Weiterlesen erwartet

Gute Gründe für eine Feuerzangenbowle

Welcher Gastgeber möchte nicht gern seine Gäste verwöhnen und dabei evtl. auch ein wenig beeindrucken? Dabei ist ein leckeres alkoholisches Getränk, das einfach herzustellen ist und für dessen Zubereitung man sogar ein wenig mit Feuer spielen darf, für die meisten unter uns wahrscheinlich bereits Motivation genug, um sich mal selbst an eine Feuerzangenbowle zu wagen. 😉

Wenn man seine Gäste bereits in die Herstellung des Zaubertranks einbezieht, bekommt das Ganze auch den Scharm einer gemeinschaftlichen Hexenküche. Auch Gäste, die sich gegenseitig vielleicht noch nicht kennen, bringt man auf diese Weise sehr leicht miteinander ins Gespräch.

Werkzeuge für eine Feuerzangenbowle

Wie bei allen handwerklichen Arbeiten, sollte auch für die Zubereitung einer Feuerzangenbowle vorher kurz geprüft werden, ob die richtigen Werkzeuge griffbereit sind. Hier ist eine kleine Checkliste:

  • Gestell mit Brenner und Brennflüssigkeit
    (Alternative: Stövchen)
  • Kochtopf (5 Liter)
  • Feuerzange (passend zum Kochtopf) [1]
  • Gewürzkugel / Teekugel
  • feuerfeste Kelle mit langem Stiel
  • kleines, scharfes Messer
  • Korkenzieher (zum Öffnen der Weinflasche)
  • je einen Trinkbecher und einen Teelöffel pro Person
  • einen Becher extra (für Wasser zum Abkühlen der Kelle)
  • funktionierendes Feuerzeug

[1] Die Feuerzange ist das eigenartig geformte Stück Metall, das ihr auf dem beigefügten Foto sehen könnt. Sie wird im Rahmen der Zubereitung quer über den Topf gelegt, und der Zuckerhut kommt dann liegend obendrauf.

Zutaten für 6 Personen (ca. 12 Becher mit je 0,2 Liter)

Die folgende Liste enthält die Zutaten und die Mengenangaben zum Ansetzen eines Topfs Feuerzangenbowle. Tipp: Haltet immer die Zutaten für einen zusätzlichen Topf bereit! Der Appetit der Gäste kommt auch gern beim Trinken. 🙂

  • 1 Liter trockenen Rotwein
  • 0,75 Liter Orangensaft
  • 7 Nelken
  • 3,5 Zimtstangen
  • 1 Esslöffel Zucker
  • 2 Orangen
  • 1 Zuckerhut
  • ca. 0,25 Liter Rum 54% [2]
  • ca. 0,25 Liter Rum 40% [2]

[2] Vor allem der höherprozentige Rum wird zum Anzünden des Zuckerhuts und zum Freibrennen der Feuerzange (dem vollständigen Auflösen des Zuckers) benötigt. Da man zum Abbrennen und Karamellisieren älterer Zuckerhüte erfahrungsgemäß etwas mehr Rum benötigt, variiert die Menge Rum stets ein wenig.

Vorbereitungen vor dem Eintreffen der Gäste

Die folgenden Vorbereitungen lassen sich sehr entspannt ohne anwesende Gäste durchführen:

  • Prüfung der griffbereiten Werkzeuge
  • Prüfung der vorhandenen Zutaten (inkl. für einen zusätzlichen Topf)
  • Filetieren der Orangen (Alternative: Gründliches Zerschneiden)
  • Eindecken des Tischs (inkl. Anzünden von Tischkerzen oder Windlichtern)

Filetieren von Orangen

Das Fruchtfleisch von Orangen gehört unbedingt mit in die Feuerzangenbowle. Zuviel Orangenhaut oder noch aneinanderhängende Orangenstücke können aber den Genuss schmälern. Tipp: Filetiert die Orangen! Wie das im Einzelnen geht, könnt ihr auf den folgenden Fotos sehen.

  1. Scharfes Messer nehmen.
  2. Orange oben und unten einmal bis zum Fruchtfleisch abschneiden.
    (Dann lässt sich eine Orange auch gut hinstellen.)
  3. Orangenhaut an den Seiten in kleinen Streifen abschneiden.
  4. Fruchtfleisch der einzelnen Fruchtstücke aus der Orange schneiden.
    (Die Haut zwischen den Stücken bleibt dabei übrig.)
  5. Restlichen Fruchtsaft mit der Hand rauspressen.

Zubereitung mit den Gästen

Für die nächsten beiden Schritte teilt man sich die Aufgaben am besten mit einem Gast auf. Während eine Person sich um das Mischen des Zaubertranks kümmert, übernimmt die andere Person die finale Vorbereitung des Esstischs.

Mischen des Zaubertranks

  • Die 3,5 Zimtstangen werden zerbrochen und mit den 7 Nelken in die Gewürzkugel gelegt.
  • Folgende Zutaten kommen nun in dem Kochtopf auf den Herd:
    • der Rotwein (1 Liter)
    • der Orangensaft (0,75 Liter)
    • die gefüllte Gewürzkugel
    • das Fruchtfleisch der Orangen
    • ein Esslöffel Zucker
  • Die Flüssigkeit wird erhitzt und vorsichtig umgerührt. Der Zucker soll sich dabei auflösen, die Flüssigkeit darf aber nicht kochen.

Finale Vorbereitung des Esstischs

  • Trinkbecher und Teelöffel zurecht legen.
  • Extrabecher mit etwas Wasser füllen.
  • Gestell auf den Tisch stellen und Brenner anzünden.
  • Zuckerhut auf die Feuerzange legen und Rum hinstellen.
  • Feuerzeug in Griffweite belassen und Raum etwas verdunkeln.

Das Finale

Wenn die Flüssigkeit gut erhitzt ist und sich der Zucker auf dem Grund des Topfs durch das vorsichtige Rühren aufgelöst hat, wird die Kugel mit den Gewürzen aus dem Topf geholt. Der Topf wird vom Herd genommen und auf das Gestell mit dem Brenner (oder auf das Stövchen) gestellt. Die Feuerzange wird mit dem darauf liegenden Zuckerhut quer über den Topf gelegt.

Nun wird es gemütlich:

  • Zuckerhut gut mit 54-prozentigen Rum aus der Flasche tränken.
  • Zuckerhut mit dem Feuerzeug der Länge nach anzünden.
  • Während der Zuckerhut brennt, mit Hilfe der langstieligen Kelle vorsichtig Rum über den Zuckerhut nachgießen. Dabei bitte stets…
    • Rum aus einer der beiden Flaschen in die Kelle gießen.
    • Kelle über dem Zuckerhut leeren.
    • Kelle zwischendurch zum Abkühlen in den Wasserbecher tauchen.
    • Immer mal zwischen dem 54- und dem 40-prozentigen Rum wechseln.

Der Zuckerhut wird solange vorsichtig mit Rum aus der Kelle übergossen, bis er sich aufgelöst hat, der flüssige Zucker vollständig in den Topf getropft ist und auf der Feuerzange keine Zuckerreste mehr zu sehen sind.

Anschließend wird in Ruhe abgewartet, bis die Flammen, die auf der Feuerzange und auf der Oberfläche der Feuerzangenbowle entlang tanzen, erloschen sind.

Und nun…

  • Heiße und evtl. noch tropfende Feuerzange vorsichtig weglegen.
  • Becher füllen, mit Teelöffel servieren und genießen (lassen).
  • Getränk im Topf gelegentlich umrühren, damit der Zucker gleichmäßig verteilt bleibt.

Jetzt könnt ihr es euch schmecken lassen!

Brenner oder Stövchen?

Das Getränk sollte im Topf heiß gehalten werden. Mit einem kleinen Brenner ist dies wesentlich einfacher. Wenn ein Stövchen verwendet wird, muss man sich evtl. ein wenig mit dem Trinken beeilen, denn…

Feuerzangenbowle schmeckt nur richtig gut, wenn sie heiß ist.

Wieso zwei Sorten Rum?

Um den Zuckerhut überhaupt anzünden zu können, benötigt man Rum mit mindestens 50% Alkohol. Wenn der Zuckerhut erst einmal gut brennt, reicht auch ein Rum mit weniger Prozenten, um die Flammen zu erhalten. Welchen Rum man nimmt, ist aber auch eine Geschmacksfrage. Der 40-prozentige Rum ist meist etwas aromatischer.

Wieviel Rum landet im Getränk?

Die Menge Rum, die man benötigt, bis der Zuckerhut sich komplett aufgelöst hat, hängt mit von dem Alter des Zuckerhuts ab. Leider kann man die Beschaffenheit eines Zuckerhuts beim Kauf nicht wirklich einschätzen. Daher variiert die Menge Rum ein wenig von Feuerzangenbowle zu Feuerzangenbowle.

Beim Verbrennen des Zuckers wird natürlich auch Alkohol verbrannt. Letzten Endes landet aber in jedem Fall genug Alkohol in der Feuerzangenbowle, um es guten Gewissens als hochprozentiges Getränk einzustufen. 🙂

Tipps und Tricks

Hier sind noch einmal die wichtigsten Tipps und Tricks kurz für euch zusammengefasst:

  • Wenn möglich anstelle eines Stövchens einen kleinen Brenner verwenden. Dann bleibt das Getränk im Topf länger heiß.
  • Langstielige Kelle benutzen. So verringert man die Gefahr für die eigenen Finger.
  • Kelle beim Nachgießen des Rum immer mal wieder in einem Wasserbecher abkühlen.
  • Gewürzkugel verwenden und Orangen filetieren. Alles, was im Topf und letztlich im Trinkbecher landet, sollte einfach genossen werden können. Es mag niemand gern Dinge wieder ausspucken oder sich aus dem Mund pulen müssen.
  • Zum Anzünden des Zuckerhuts unbedingt Rum mit mehr als 50% Alkohol verwenden. Zum weiteren Abbrennen des Zuckerhuts reichen auch 40% Alkohol.
  • Immer Zutaten für einen zusätzlichen Topf Feuerzangenbowle bereit halten.

Variationen der Zubereitung

Das Wichtigste ist und bleibt, dass die Feuerzangenbowle den Gästen und einem selbst gut schmeckt. Dementsprechend kann es nicht schaden, immer mal ein wenig zu variieren und das Rezept für die Feuerzangenbowle dem eigenen Geschmack anzupassen.

  • Mehr Fruchtfleisch
    Wer gern aus dem Becher löffelt, sollte ruhig mehr filetierte Orangen nehmen.
  • Hochprozentigerer Rum
    Viele Rezepte für Feuerzangenbowle basieren auf der Verwendung von Strohrum (80% Alkohol). Je hochprozentiger das Getränk wird, desto weniger lässt sich allerdings auch davon trinken.
  • Zitronensaft
    Wer es nicht ganz so süß mag, kann den zusätzlichen Löffel Zucker weg lassen und auch etwas Zitronensaft zugeben. Ein süßes Getränk bleibt die Feuerzangenbowle aber in jedem Fall.
Und jetzt… Viel Spaß beim Selbermachen eurer eigenen Feuerzangenbowle! 🙂


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